Was ist eine Streuobstwiese?

Was ist eine Streuobstwiese?

Die Streuobstwiese ist von Menschenhand geschaffene Kulturfläche, in der verschiedene Obstgehölze wachsen. Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen usw. Eine solche Wiese kann als Weideland genutzt werden! Ein wichtiger Punkt aus heutiger Sicht ist, es werden so gut wie keine chemischen Pestizide und Kunstdünger verwendet!

Die ersten Obstwiesen wurden bereits im Mittelalter betrieben, es ging aber erst im 18. und 19. Jahrhundert richtig los.

Artenvielfalt

In ganz Mitteleuropa gibt es Streuobstwiesen. Diese sind durch die „Artenvielfalt“ besondere Biotope. Bei Nährstoffknappheit, fehlender Düngung und ein- bis zweimal mähen der Wiese kann keine Pflanzenart überhand nehmen! Es können auf einer Streuobstwiese mehr als 5000 Pflanzen- und Tierarten nebeneinander leben!

Die zahlreichen Pflanzenarten locken dadurch viele Insekten und Kleintiere an. So sind auch Amphibien, Reptilien und Säugetiere zu finden.

In den verschiedenen Etagen der Streuobstwiese siedeln sich oben z.B. Vogelarten an. Im alten, knorrigen Holz finden Fledermäuse und Siebenschläfer Platz. Weiter unten in den Rindenritzen siedeln sich Hornissen an. Und unten im Boden finden Wildbienen Platz.


Sortenvielfalt

Die Streuobstwiesen gelten auch als „Genbank“ für Sorten. Es gibt über 1200 Apfelsorten, über 1000 Birnensorten, über 250 Kirschsorten und über 300 Zwetschensorten!

In der Historie der Kultur wurden viele Kreuzungen versucht. Die Natur „züchtet“ aber auch neue Sorten bei den verschiedenen Arten. So entstehen viele neue Sorten. Die von Menschenhand gezüchteten Sorten weisen verschiedenen Merkmale auf: Haltbarkeit, Geschmack,  Aussehen,  resistent gegen Pilzbefall, widerstandsfähig gegen Schädlingsbefall.

Manche Sorten eignen sich speziell für die Vermostung, andere Sorten eignen sich zur Marmelade- und Geleeherstellung.Die Lagerfähigkeit im Erwerbsanbau spielt eine große Rolle.

Neben dem Obst der Streuobstwiese spielt auch der Imker eine wichtige Rolle. Ohne Bienen findet die Befruchtung nicht statt – somit keine Früchte!

Streuobstwiesen vor dem Aus?

Es bedarf heute dem „Idealismus“ Vieler, um eine Streuobstwiese aufrechtzuhalten. In den 1970er Jahren wurden viele Wiesen mit staatlicher Unterstützung in Bauland umgewandelt, da sich der erwerbsmäßige Anbau wirtschaftlich nicht mehr rechnete. Durch Rodungen solcher Biotope hat sich das landschaftliche Bild sehr verändert.

Naturschützer haben schnell erkannt, wie wichtig solche Biotope sind.

Zukunft der Streuobstwiesen

Viele Streuobstwiesen sind stark gefährdet. Eine Zukunft ist ungewiss, wenn sich nicht Menschen finden, die bereit sind den hohen Aufwand, den eine Streuobstwiese hat, auf sich zu nehmen.

Der fachgerechte Rückschnitt zu den verschiedenen Zeiten, das Mähen der Fläche und die zu verschiedenen Zeiten stattfindende Ernte der Früchte stellt eine große Herausforderung an die Menschen! Diese zeitintensive Herausforderung, welche sehr unrentabel ist, wird von vielen Vereinen übernommen. Dadurch hat man auch kleine Naherholungsgebiete mit wertvollen Biotopen geschaffen.